Aus der neuen Quartierzeitung No. 172

 

Bericht der Rotseekomminssion

Beisst der Hecht heute an?

Es ist noch früh am Morgen, kurz nach 5 Uhr, noch kaum hell. Der Rotsee ist spiegelglatt, man hört nur das leise Zwitschern der Vögel. Die ersten Fischer stehen schon am Ufer und werfen ihre Köder an erfolgsversprechenden Stellen aus. Der Zielfisch für den heutigen Tag, da ist sich jeder Fischer einig, ist der Hecht.

Möglichst gross und schwer soll er sein – das ist in einem Gewässer wie dem Rotsee und mit dem nötigen Quäntchen Glück durchaus möglich. Konzentriert werden versunkene Bäume, Schilfbuchten und Stege nach dem hungrigen Raubfisch abgesucht. Plötzlich ein harter Einschlag. Ist es ein versunkener Ast? Ein unter Wasser verankertes Seil? Oder doch etwa der ersehnte erste Fang dieses Jahr? Am anderen Ende spürt man, wie eine grosse Schwanzflosse schlägt es ist definitiv ein Fisch. Möglicherweise der erhoffte grosse Hecht? Jetzt nur nichts überstürzen. Langsam wird die Schnur eingeholt und der Kollege legt schon mal den Kescher bereit...

Saisoneröffnung am Rotsee

Wie jedes Jahr treffen sich am 1. Mai zahlreiche Fischer am Rotsee. Petrus meint es gut mit ihnen, an diesem Sonntag bleibt es, anders als im letzten Jahr, trocken und die Sonne zeigt sich dann und wann immer mal wieder. Zwar ist es noch recht kühl, doch das scheint den Hechten bestens zu passen. Immer wieder hört man von ersten Fängen rund um den See und alles deutet auf eine erfolgreiche Eröffnung hin. Die Stimmung ist ausgelassen und jeder ist froh, dass man nun auch hier am Rotsee wieder dem schönsten Hobby der Welt nachgehen darf. Ob erfolgreich oder nicht – alleine schon das Erlebnis der Eröffnung und die wunderbare Natur sind es wert, sich an einem Sonntagmorgen freiwillig so früh aus dem Bett zu bewegen.

Mehr als nur Fischen

Die Saisoneröffnung ist schon seit jeher ein traditioneller und sehr geselliger Anlass. Auch wenn das Fischen an diesem Tag im Fokus steht, ist der 1. Mai auch immer ein Treffpunkt für Jung und Alt. Man trifft sich an den altbekannten Plätzen, geniesst gemeinsam am Mittag eine Stärkung vom Grill, schwärmt von den Fängen (oder Fehlbissen) vom Morgen und berät sich über die Strategie für den Nachmittag. Zwar ist die Fischerei Anfangs Mai zu Beginn der Saison noch den rund 90 Inhabern des Jahrespatents vorenthalten, zwischen dem 15. Juni und 15. September können jedoch auch andere interessierte Fischer eine Tagesoder Monatskarte beziehen und ihr Glück auf Hecht, Schleie, Karpfen oder eine der vielen anderen Fischarten im Rotsee versuchen.

Engagement für die Natur und den Nachwuchs

Auch vor dem 1. Mai herrscht am Rotsee schon geschäftiges Treiben. Neben zahlreichen Wasservögeln, welche die verwachsenen Uferpartien bevölkern und sich der Balz oder dem Nestbau widmen, trifft man auch immer wieder auf vereinzelte Grüppchen von Fischern (natürlich ohne Ruten), welche sich ehrenamtlich für den Rotsee und die Natur betätigen. Die Rotseekommission ist nach Absprache mit dem Umweltschutz der Stadt Luzern verantwortlich für verschiedenste freiwillige Arbeiten am Rotsee. Neben der klassischen Uferpflege und Pflanzenpflege werden jedes Jahr bei der „Uferputzete“ auch immer grössere Mengen an Abfall zusammengetragen. Vielfach entlang vom Ufer, teils im Wasser liegend. Auch wenn es nachdenklich macht, wenn man sieht, was alles weggeworfen wird, ist es doch immer ein gutes Gefühl, der Natur etwas zurückgeben zu können. Auch die Pflanzenpflege, vom Ufer oder vom Boot aus, ist wichtiger Bestandteil dieser Arbeiten, welche jedes Jahr mit viel Herzblut und Passion von freiwilligen Helfer durchgeführt werden. Es ist den Fischer und Fischerinnen ein grosses Anliegen, dass sich die Fische, Vögel, Amphibien, Pflanzen usw. am und im Rotsee wohl fühlen.

Bericht: Martin Meier

 


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