Es wird weiter gebacken

1985 übernahmen Esther und Peter Müller an der Zürichstrasse 38/40 die Bäckerei Schmid. Als sie erfuhren, dass auf dem Schlossberg ein grosser Neubau geplant wurde, meldeten sie ihr Interesse an, darin eine Filiale zu eröffnen. 1990 war es dann soweit. Gebacken wurde noch im bisherigen Geschäft aber verkauft wurden die Produkte in beiden Läden. Es dauerte aber nicht lange und die Backstube wurde zu klein und die Rendite mit zwei Verkaufsläden zu gering. So gaben sie das Geschäft an der Zürichstrasse auf. 2002 wurde dann das Café eröffnet. Bis heute ein beliebter Treffpunkt im Quartier.

Peter Müller stammt aus einer Familie von Bäckern. Sein Grossvater und sein Vater hatten seit 1921 ein Geschäft in Sursee. Er absolvierte zwei Jahre als Lehrling dort, arbeitete nachher aber in einer Luzerner Bäckerei. Esther Müller ist gelernte Fotofachangestellte und absolvierte vor der Übernahme des Geschäfts ein Praktikum in einer Bäckerei in Horw.

Die Bäckerei auf dem Schlossberg konnte nach und nach weitere Räume dazu mieten. Das Paar hat viel investiert und ist deshalb froh, dass die Bäckerei erhalten bleibt.

Peter‘s Tag beginnt um 01.00 Uhr, der von Esther um 05.00 Uhr. Um 09.00 Uhr geniesst Peter seine Kaffeepause „auswärts“ im Café Sowieso zusammen mit Kollegen, die in anderen Berufen arbeiten. Der Arbeitstag von Esther dauert bis in den späten Nachmittag hinein und nachher ist noch Büroarbeit auf dem Plan.

Mit Stolz werden nach wie vor alle Produkte selbst hergestellt. Die Rezepte will er seinem Nachfolger weitergeben, damit wir auch in Zukunft nicht auf die köstlichen Russenzöpfe, Aprikosenquarkschnitten, Zwetschgen-Marroni-Strudel usw. verzichten müssen. Das Paar ist überzeugt, dass nur die Einzigartigkeit der Produkte das Überleben einer kleinen Bäckerei ermöglicht.

Nebst dem Arbeiten in der Bäckerei hat Peter einige Jahre als Berufsschullehrer Lernende ausgebildet und zwar diejenigen, die Mühe hatten mit dem Lernen. So konnte er etwas ausleben, was er auch beruflich gerne gemacht hätte, nämlich Lehrer sein. Unzählige Lernende hat er in seiner Backstube ausgebildet und seine heutigen Mitarbeitenden haben alle einmal die Lehre bei ihm absolviert. Esther führte gleichzeitig etliche Verkaufsleute in den Beruf ein.

Nun freuen sich beide, dass sie ab Januar die Verantwortung für das Geschäft weitergeben können. Sie bleiben aber bis Sommer 2022 noch zu 50% tätig um den Nachfolger bei der Einarbeitung zu unterstützen.

Aber nachher heisst es, den Rucksack packen und einfach mal los laufen. Ziel ist es, alle Kantone zu Fuss kennen zu lernen.

Marianne Achermann


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